GALERIE RÖSSLI jubelt

LIEBE KUNSTINTERESSIERTE,

MIT RUEDI FLURI UND DEM ORTSSPEZIFISCHEN KUNSTPROJEKT „BALSTHAL WEITERDENKEN“
UND VERSCHIEDENEN AKTIVITÄTEN HABEN WIR IN DEN VERGANGENEN WOCHEN DAS 50-JÄHRIGE
BESTEHEN UNSERER GALERIE GEFEIERT.

ZUM ABSCHLUSS DIESER FEIERLICHKEITEN DÜRFEN WIR NUN SIE UND IHRE FREUNDINNEN UND
FREUNDE ZUR
VERNISSAGE DER PUBLIKATION
„GALERIE RÖSSLI 1968 BIS 2018
VOM SONNTAG 16.DEZEMBER 2018, 13.30 UHR IM KORNHAUS BALSTHAL
EINLADEN.
PETER JEKER
ALS AUTOR DIESER PUBLIKATION WIRD IN DIESES SPANNENDE BILDERBUCH UND DOKUMENT ZU 50 JAHREN SOLOTHURNER KUNST EINFÜHREN.

ANSCHLIESSEND SIND ALLE ZUM SONNTÄGLICHEN THALER ZMITTAG MIT FEINER PASTA VON Solo-Mania AUS WELSCHENROHR UND VERSCHIEDENEN SAUCEN, AUCH MIT Dyhrberg-RAUCHLACHS, EINGELADEN.

DAS GALERIE-RÖSSLI-TEAM BEDANKT SICH BEI IHNEN FÜR IHR INTERESSE UND FÜR IHREN BESUCH.

 

NÄCHSTE AUSSTELLUNG: 10. BIS 31.MÄRZ 2019
VERENA BAUMANN UND PAVEL SCHMIDT

 

«Balsthal weiterdenken»

Einmal mehr hat die Galerie Rössli Kunst in den Aussenraum gebracht: Anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums hat die Galerie den Solothurner Künstler Ruedi Fluri (*1948) für ein ortsspezifisches Aussenprojekt nach Balsthal eingeladen. Der Name des Kunstprojekts war Programm: «Balsthal weiterdenken».

Ruedi Fluri arbeitet in seinem künstlerischen Schaffen hauptsächlich mit dem Werkstoff Papier. Er experimentiert mit diesem einfachen Material und entwickelt aus einem flachen Blatt Papier Formen. Virtuos übersetzt er seine Gedanken in Papier, das ihm «Grundnahrungsmittel für die Fantasie» ist. Die Kraft der «Verwandlung» ist für seine Kunst bedeutend, der Prozess wichtiger als das abgeschlossene Werk. Sein Schaffen bewegt sich häufig an der Schnittstelle zwischen Kunst und Architektur. Er findet über die Anschauung von Vorhandenem zu neuen Formen, die er zuerst als theoretische Idee entwickelt, um anschliessend über Experimente und Prozesse zu neuen Formfindungen zu kommen.

Dabei lässt der Künstler immer offen, was seine skulpturalen oder architektonischen Papierarbeiten sein könnten. Die Frage «Was könnte das sein?» ist zentral, Fantasie bei der Betrachtung der Papierwerke eine Voraussetzung. Seine Arbeiten können als abgeschlossene Werke betrachtet werden, sie sind aber auch Modelle, die gedanklich weitergeführt, erweitert oder gar umgesetzt werden könnten. Dank seiner weitreichenden Auseinandersetzung mit gestalterischen Fragen und über die langjährige Beschäftigung mit Papier hat sich der Künstler ein umfangreiches Wissen angeeignet. Seine Papierarbeiten sind gleichsam Kommentare auf Bestehendes und Anregung, mutig und visionär weiterzudenken.

Dies zeigte sich zum einen in den Galerieräumen, die ihm während drei Wochen zur Denk- und Werkstatt wurden. Hier zeigte Ruedi Fluri in assoziativer Hängung verschiedene Papierarbeiten und präsentierte Materialexperimente aus Zeitungspapier. Während mehreren Nachmittagen arbeitete er zudem in Workshops mit Primarschulklassen aus Balsthal.

Zum anderen baute Ruedi Fluri an der Ruine Schloss Neu-Falkenstein, dem Wahrzeichen von Balsthal, weiter. Mit seinem «Stampfwerk», fügte der Künstler der historischen Struktur der Schlossanlage ein weiteres Kapitel hinzu. So bemerkenswert seine Installation ist, so modellhaft bleibt sie vor dem Hintergrund der monumentalen Burganlage. Ruedi Fluris Aussenprojekt «Balsthal weiterdenken» weckt die Vorstellungskraft und ist Anregung, unsere Umgebung mit gestalterischer Kreativität und Fantasie, ebenso spielerisch wie ernsthaft, weiterzudenken.

Für das «Stampfwerk» wurde Zeitungspapier verwendet. Einzig mit Wasser vermengt, wurde dieses zu kompakten «Bausteinen» gestampft. Zahlreichen Helferinnen und Helfer haben den Künstler bei dieser zeitintensiven Arbeit unterstützt. Das «Stampfwerk» wurde ursprünglich für Ruedi Fluris Einzelausstellung im Kunstmuseum Solothurn im Jahr 2014 realisiert, wo es im Museumspark stand. Für Balsthal wurden in gemeinsamer Arbeit auf dem Papierfabrikgelände der Swiss Quality Paper AG Balsthal weitere Module geschaffen. Schon lange hegte der Künstler den Wunsch, das «Stampfwerk» in eine historische Umgebung einzubauen, damit es Teil einer gewachsenen Anlage wird. Auf der Ruine Schloss Neu-Falkenstein, im ehemaligen Zwinger, gelingt dies nun auf eindrucksvolle Weise: Die Module aus Zeitungspapier verschmelzen in Form und Farbe mit den Steinmauern und wachsen als Turmgebilde in dynamischer Drehbewegung gleichsam aus der Mauer heraus.

Ruedi Fluris Aussenprojekt kann als «soziale Plastik» (der Begriff wurde vom deutschen Künstler Joseph Beuys geprägt) bezeichnet werden: In seinem partizipativ angelegten Aussenprojekt hat der Künstler verschiedene Menschen zusammengeführt. Dies zeigte sich auch im Rahmenprogramm, zu dem ein Referat über die Ruine Schloss Neu-Falkenstein von Kurt Meyer und ein BilderBühnen-Abend mit Veronika Medici gehörten sowie die erwähnten Workshops mit Schulklassen. Im Zentrum des partizipativen Mittuns standen vor allem das gemeinsame Herstellen der Module und der Aufbau auf der Ruine und damit die Vermittlung des kreativen Denkens und Handelns als Form der gesellschaftlichen Mitgestaltung. Ruedi Fluri will mit seinem künstlerischen Schaffen gestaltend auf die Gesellschaft einwirken und gemeinsam – Kraft der Kunst – etwas bewirken.
Patricia Bieder

 

 

 

 

 

 

Fotos: Anita Gerster

Buchvernissage: 16. Dezember 2018, 13.30 Uhr, Kornhaus, Balsthal

 

 

 

 


Leporello

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